Archiv für den Monat Juni 2013

Mini-Maracuja-Tartelettes

oder welcome to Paradise.

Endlich hat der Sommer eine Temperatur angenommen, die ganz nach meinem Geschmack ist. Aus dem Radio tönt meine Lieblingsmusik, ich hole den Sonnenstuhl raus, schnappe mir mein neues Buch und genieße den Tag in vollen Zügen. Was könnt es im Moment schöneres geben? Tropenfrüchte! War da nicht mit Maracuja in meinem Kühlschrank…Und weil die Hummeln in meinem Hintern mich nicht in Ruhe sitzen lassen und die Backofenhitze bei dem Wetter meiner Stimmung keinen Abbruch tut werden schnell eine Handvoll Tartelette gebacken. Dann wieder ab auf den Balkon, Buch in der einen und Tartelette in der anderen. Immer her mit dem schönen Leben… (Zitat von der Hauswand nebenan)

MiniMaracujaTartelettes

Zutaten:

Teig

250g Mehl

3EL Kakao

½ TL Backpulver

50g Zucker

Salz

100g kalte Butter

Maracujacurd

125g Zucker

80g Butter

2TL Zitronensaft

75g Maracuja

2 Eier

1 Eigelb

MiniMaracujaTartelettes by ScienceMade

Zubereitung

Die trockenen Zutaten in eine Schüssel sieben. Zucker und Salz darauf verteilen. Die kalte Butter in kleine Stücke teilen. Alles mit der Hand gut kneten bis eine schöne Kugel entsteht. Für eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Den Teig ausrollen, gerne ein bisschen dicker ausrollen, wenn man eher ein keksartiges Tartelette möchte. Mit Hilfe eines Glases Kreise ausstechen und vorsichtig in der Muffinform verteilen. Bei 180°C etwa 20 Min backen. Abkühlen lassen.

Für die Füllung

Das Fruchtfleisch aus drei Maracujas auskratzen und zusammen mit dem Zucker und Zitronensaft vorsichtig erhitzen bis der Zucker sich vollständig aufgelöst hat. Zum Abkühlen beiseite stellen. Eier und Eigelb mit dem Handmixer schaumig schlagen. Die abkühlte Maracujasirup unter ständigem rühren in einem dünnen Strahl in den Eischaum geben. Alles wieder in einen Topf geben und unter ständigem rühren fest werden lassen. Das so entstandene Maracujacurd auf den Tartelettes verteilen.

Mini-Maracuja-Tartelettes by ScienceMade

Das übrige Curd passt wunderbar auf die Frühstücksstulle, denn das Sommerfeeling soll ja nicht so schnell wieder verschwinden.

Alles Liebe,

Nova

Photos: Fräulein Schulz

Rezept für das Maracujacurd aus der Sweet Paul 01/2013  

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Hochwasser…

…oder heute ist mir nicht nach Kuchen.

Lange habe ich hin und her überlegt, ob ich über meine Gedanken zu der Notlage meiner Stadt etwas schreiben möchte. Am Ende haben sich das Entsetzen und die Hilflosigkeit durchgesetzt. Wer nichts davon lesen möchte, weil er momentan mit Bilder über das Hochwasser in den Medien bombardiert wird, darf gern weiter runter scrollen oder zu einem späteren Zeitpunkt wieder vorbei schauen…

Natürlich habe ich von dem Hochwasser, das die Elbe in den letzten Wochen auf Grund des andauernden Regens geführt hat, gehört. Aber hey, wir haben das 2002 überstanden, dass schaffen wir auch dieses Mal…Dieser Gedanke verschwindet schlagartig, als meine Freundin H. fluchend durch die Gegend läuft. Ihre Eltern werden die unterste Etage ihres Hauses ausräumen. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich, dass die Lage ernster ist als ich bisher annahm. Denn ihre Eltern wollten erst räumen, wenn es wirklich schlecht steht. Wir schwingen uns auf unsere Räder, fahren Richtung Elbe und sind entsetzt, wie breit sich der Fluss gemacht hat. Die Witze die ich den Tag zuvor noch über das Hochwasser gerissen habe, bleiben mit augenblicklich im Halse stecken und in der Magengegend breitet sich ein mulmiges Gefühl aus.

Die Sonne scheint, wir radeln durchs Grüne, Vögel zwitschern und weiße Pollen fliegen durch die Luft wie Schneeflocken. Ein wunderschöner Sommertag, würden nicht 15 Feuerwehrwagen unseren Weg kreuzen. „Wenn die Dämme brechen, steht das Wasser hier 2,5 m hoch“ sind die Worte, die mich wieder zurück in die Realität holen. Den ganzen Vormittag werden Kisten gepackt, Möbel auseinander geschraubt und alles was tragbar ist eine Etage höher geschafft. Der Rest wird im Fall der Fälle der Elbe übergeben…

Auf dem Weg zurück sehe ich, wie die Menschen versuchen ihr Hab und Gut mit ein paar Sandsäcken zu schützen, wie die ersten Leute auf ihren Koffern sitzen und wie die Szenerie  begleitet wird durch den Lärm von Sirenen. Natürlich wollen auch wir helfen, nicht nur unseren Freunden und Familien, sondern unserer Stadt. Also fahren wir direkt an den Ort des Geschehens, waten durchs Wasser, befüllen und tragen Sandsäcke. Als wir uns entschließen nach Hause zu fahren, nehmen wir den Weg entlang der Elbe. Immer wieder bleiben wir stehen und sind verzweifelt. So hoch haben wir unsere Elbe noch nie gesehen. Wir stehen direkt an der Stadtmauer und wissen, auf gleicher Höhe direkt neben uns fließt die braune Brühe. Wie ein Swimmingpool, der bei jeder Welle ein bisschen überschwappt. Wieder Sirenen und wir fahren nach Hause. Wortlos…

Nova